Heimarbeit 1909…

… und schlecht bezahlt mit der ganzen Familie

Eine im damaligen Deutschen Reich sehr weit verbreitete Beschäftigungsform war die Heimarbeit auch Hausarbeit genannt.

Es waren meist die Frauen, in Berlin waren es rund 70 000, die sich in den eigenen 4 Wänden betätigten, um sich als Näherin, Wäscherin, mit Bügeln, als Korbflechterin oder mit dem montieren von Spielzeug Geld dazu zu Verdienen.

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Die Kinder wurden von ihren Eltern zusätzlich zur Heimarbeit mit herangezogen, um das Familieneinkommen aufzubessern.

Heimarbeiterinnen erhielten in der Regel von ihren Auftraggebern nur das Ausgangsmaterial, während die Arbeitsgeräte selbst gestellt werden oder teuer gemietet werden mussten.

Die Bezahlung erfolgt meist wöchentlich als Stücklohn.

Als Näherin erhielt man 1909 für ein Herrenhemd, das in etwa einer Stunde fertig gestellt wurde, nur rund 15 Pfennige.

Eine soziale Absicherung für den Krankheitsfall gab es nicht.

Obwohl die Bezahlung sehr schlecht war und die Abhängigkeit vom dem Arbeitgeber sehr demütigend war, bemühten sich immer mehr Frauen um solch eine Heimarbeit.

Gerade die kinderreichen Familien waren auf diese Aufbesserung des Familien Einkommens angewiesen, denn meistens Verdiente der Mann als Maurer, Dachdecker, Tagelöhner oder Straßenbauer zu wenig und im Winter war meistens wegen der Witterung keine Beschäftigung gegeben.

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So lernten die Frauen Schneidern und Weißnähen in der Hoffnung, anschließend einen entsprechenden Arbeitsplatz oder auch Aufträge für Heimarbeit zu bekommen.

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