Foerderung und Finanzierung der Heimarbeit

Finanzierung ist meist mehr als nur reine Geldbeschaffung

Eine Unternehmensgründung erfordert Kapital.

Auch wenn Ihr persönliches Kapital nicht ausreicht – als Unternehmer können /müssen Sie die Finanzierungsstrategie Ihres Unternehmens gestalten.

Bereiten Sie die Finanzierung daher sorgfältig vor.

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Kapitalbedarf

Rechnerische Planungen sind für jedes zu gründende Unternehmen ein erforderliches Muss!

Dadurch erfassen Sie das Gründungsvorhaben in konkrete Daten, ermitteln also das angestrebte Ziel und den einzuschlagenden Weg.

“Auf Heller und Pfennig” sind diese Planungen zwar nicht immer zu realisieren – aber:

planen ist besser als experimentieren und improvisieren.

Die erforderlichen Planungsrechnungen:

Kapitalbedarfsplan

Umsatz-, Kosten- und Gewinnvorausschau

Liquiditätsplan


Kapitalbedarfsplan

Der Kapitalbedarf zur Unternehmensgründung ist der Betrag, den Sie benötigen, um mit Ihrer selbstständigen Tätigkeit zu starten und die erste Anlaufphase finanziell zu überstehen.

Sie benötigen

Kapitalbedarf für :

Anlagevermögen: Einrichtung, Ausstattungen, bauliche Maßnahmen etc.

Umlaufvermögen: Bei Dienstleistern hauptsächlich Liquidität (d.h. flüssige Betriebsmittel)

Gründungskosten im engeren Sinne: Beratungsleistungen, GmbH-Kosten, Handelsregistereintrag

Kosten: der privaten Haushalts- und Lebensführung

Zum Anlagevermögen zählen also Sachinvestitionen, die dem Unternehmen längerfristig zur Verfügung stehen. Die Höhe der erforderlichen Investitionen hast Du nach dem Vergleich konkurrierender Angebote.

Den genauen Liquiditätsbedarf zu ermitteln, ist schwierig. Wie lange dauert die Anlaufphase, wann zumindest decken die betrieblichen Einnahmen die Ausgaben? Ein Pauschalbetrag (= Faustformel) kann hier hilfreich sein. Deshalb solltest du mindestens Betriebskosten für 6 Monate ansetzen.

Auch Gründungskosten wie Beratungsleistungen, Handelsregistereintrag, Vorlaufkosten, Werbung etc. sind nicht zu unterschätzen.

Wenn die Kosten für die private Lebens- und Haushaltsführung nicht anderweitig sichergestellt sind, sollten auch sie in die Kapitalbedarfsrechnung einbezogen werden.

Zu veranschlagen ist hier der benötigte Betrag für 6 bis 12 Monate.

Bei Sachinvestitionen können Sie oftmals “sparen”, wenn Sie auf “Neugüter” verzichten.

Denn gebrauchte Büroeinrichtungen, Geräte etc. kosten häufig nur ein Viertel des Neupreises.
Selbständige Dienstleister benötigen neben Sachinvestitionen insbesondere liquide Mittel.

Bei monatlichen Kosten zwischen 800,– € und 5 T€ entsteht für sechs Monate oftmals ein Liquiditätsbedarf von bis 30 T€.

Höhere Beträge sind für einige Branchen nicht auszuschließen.

Kapitalbedarfsplan (Musteraufbau)

T€

1. Anlagevermögen

1.1 Grundstück einschl. Nebenkosten: Notar, Grunderwerbssteuer, Beschaffungsaufwendungen etc.

1.2 Baukosten (auch Umbau) einschl. Nebenkosten, Planungsaufwand etc.

1.3 Produktionsanlagen: Maschinen, Geräte, Aufwand für Installation und Inbetriebnahme der Anlage

1.4 Betriebs- und Geschäftsausstattung: Büroräume, Konferenzräume/Sozialräume, Verkaufs- und Ausstellungsräume, Lagerräume, EDV-Anlagen, Maschinen, Werkzeuge

1.5 Fuhrpark

1.6 Patente/Lizenzen

Summe

2. Umlaufvermögen 1

2.1 Material- und Warenausstattung: Fertige Erzeugnisse (Handelsware), Halbfertige Erzeugnisse/Rohmaterial

2.2 Betriebsstoffe

Summe des Umlaufvermögens

3. Umlaufvermögen 2 (Liquidität)

Betriebskosten laut Kostenaufstellung der Umsatz- und Rentabilitätsberechnung für drei Monate (mindestens)

4. Gründungskosten

Rechtsanwalt/Steuerberater, Notar, Unternehmensberater, Gerichtskosten, Handelsregistereintragung, Franchisegebühr, Einführungswerbung, Eröffnungsfeier

Summe des gewerblichen Kapitalbedarfs

5. Kosten der privaten Haushalts- und Lebensführung

für sechs Monate

6. Gesamtbetrag der Kapitalbedarfsplanung

Beispiel

Kapitalbedarf einer “kleinen” Existenzgründung

T€

1. Einrichtung/ Ausstattung

EDV inkl. Software

2,4

Telef./ Fax

0,5

Büroeinrichtung

1,8

Bürorenovierung

1,0

Pkw, vorhanden

0

Zwischensumme

5,7

2. Warenbestand (Papier etc.)

0,4

3. Liquidität

3,0

4. Gründungskosten

0,3

Gewerblicher Kapitalbedarf

2,5

5. Private Lebensführung

9,0

6. Gesamtbetrag

20,9

Liquidität

Selbstständige müssen jederzeit liquide, das heißt betragsgenau zahlungsfähig sein.

Dazu sind Jungunternehmer oftmals nicht in der Lage.

Sie müssen häufig “artistische Leistungen” zur Sicherstellung der Liquidität vollbringen.

Schwierig ist dies, weil Einnahmen und Ausgaben zeitversetzt anfallen.

Liquiditätszufluss sind neben Kundenzahlungen auch gewährte Kredite (Kontokorrentkredite etc.).


Wichtigste Überlegung bei der Erstellung eines Liquiditätsplanes ist, in welchen Monaten werden aus Umsätzen Einnahmen (also Einzahlungen) und in welcher Höhe.

Die gleiche Erwägung führen Sie für Ihre Auszahlungen durch.

Beim Vergleich der Einzahlungen zu den Auszahlungen wird dann eine Über- oder Unterdeckung erkennbar.

Diese übertragen Sie auf den nächsten Monat und führen dort die gleiche Rechnung durch.


Liquide sein bedeutet, die anfallenden Verbindlichkeiten (fristgerecht) regeln zu können.

Dies sollte mindestens zu einem gewissen Teil bar erfolgen.

Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, ist nicht nur eine Ehrensache, sondern dies stellt auch die Existenzfrage dar.

Beratungen

Vor einer eigenes Unternehmensgründung, sollten Sie sich umfassend beraten lassen.

Erste Beratungen sollten zunächst folgende Fragen klären:

  • Ist meine Geschäftsidee wirklich erfolgversprechend?
  • Reichen meine jetzigen persönlichen und fachlichen Kenntnisse für die Unternehmensführung aus?
  • Stimmen meine Markteinschätzungen? Habe ich alles in betracht gezogen?
  • Sind meine finanziellen Überlegungen realistisch?
  • Lohnt es sich für mich, das Risiko der Selbständigkeit einzugehen und viele Dinge aufzugeben bzw. stark einzuschränken?

Verträge für eine Beratung

Was sollte Sie bei Abschluss eines Beratervertrages beachten?

Ziel festlegen

  • eindeutig formulieren
  • ausführlich darlegen

Zeit festlegen

  • Gesamtzeit festlegen
  • Zeitrahmen und Termine für einzelne Arbeitsschritte/-phasen festlegen

Vorgehensweise genau klären

  • Einzelne Arbeitsschritte klären
  • Gesamten Leistungsumfang klären
  • Leistungen des Beraters festlegen
  • Evtl. Leistungen/Voraussetzungen, die der Gründer erbringen muss, festlegen

Preis vereinbaren

  • Art der Kosten (Honorare, Reise etc.) feststellen
  • Höhe der Kosten feststellen
  • erste Konsultation ist in der Regel kostenlos
  • keine Pauschalpreise vereinbaren
  • Honorarhöhe je nach Leistung vereinbaren
  • Honorare nicht an künftigen Umsätzen bemessen
  • keine Honorare ohne vorherige Analyse der Gründer-Situation vereinbaren
  • Zahlungsmodus vereinbaren: (Teil-)Honorarzahlung erfolgt nach erbrachter (Teil-)Leistung

Vorgehen im Konfliktfall klären

  • Rücktrittsmöglichkeiten vom Vertrag klären

Vertrag schriftlich abschließen

Coaching

Unter Coaching wird die Betreuung eines Unternehmens, insbesondere des Managements, durch einen erfahrenen Trainer verstanden.

Beim Coach kann es sich z. B. um einen Business-Angel, einen Senior-Experten oder andere fachlich qualifizierte Berater handeln, der über längere Zeit dem Unternehmen beratend zur Seite steht..

Coaching-Programme mit dem Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V. (RKW)

In Zusammenarbeit mit dem RKW haben die Bundesländer Bremen, Sachsen, Brandenburg, Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Saarland Programme ins Leben gerufen, mit denen Unternehmen fachkundig begleitet werden (Coaching).

Dazu kommt ein ausgewählter Berater aus dem Experten-Pool des RKW ins Unternehmen und bleibt dort – bezahlt von RKW – als “Manager auf Zeit”.

Es werden weitere Programme zur Existenzsicherung von den RKW-Landesgruppen angeboten.

Ansprechpartner:

RKW-Landesgruppen

Wirtschaftsministerien der Länder

Coaching-Programme der Kreditinstitute

Die meisten Banken und Sparkassen haben zudem eigene Analyseabteilungen.

Diese besuchen Unternehmen, die in eine Schieflage geraten sind, und analysieren deren Schwachstellen.

Die Analyseergebnisse sind dann Ausgangspunkt für weiterführende Beratungen.

Einige Banken haben speziell auf die Belange mittelständischer Unternehmen ausgerichtete eigene Beratungsgesellschaften gegründet.

Ansprechpartner:

Hausbank

Bundesverband Deutscher Banken

Deutscher Sparkassen- und Giroverband

Bundesverband Deutscher Volksbanken und Raiffeisenbanken

Beratungsförderung des Bundes

In der Gründungs- und Aufbauphase (zwei Jahre nach der Gründung) können Beratungen durch freiberufliche Berater und Beratungsgesellschaften sowie Hilfen bei der Umsetzung der Beratungsergebnisse gefördert werden.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet im Auftrag des BMWi Beratungsförderungen in Form von Zuschüssen an. Gefördert werden sollen Existenzgründer kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Folgende Beratungen sind förderfähig:

  • Beratungen über alle wirtschaftlichen, technischen, finanziellen und organisatorischen Probleme der Unternehmensführung und der Anpassung an neue Wettbewerbsbedingungen (allgemeine Beratungen) Beratungen von natürlichen Personen vor der Gründung oder Übernahme einer selbständigen gewerblichen oder wirtschaftsnahen freiberuflichen Existenz (Existenzgründungsberatungen);
  • Beratungen zur Bewältigung der sich für die Unternehmen aus dem Schutz der Umwelt ergebenden Probleme (Umweltschutzberatungen);
  • Beratungen über wirtschaftliche, technische und organisatorische Probleme im Zusammenhang mit einer sparsamen, rationellen und umweltverträglichen Energieverwendung einschließlich der Nutzung erneuerbarer Energien (Energieeinsparberatungen)

Finanzielle Beratungsförderung:

  • Existenzgründungsberatungen werden mit einem Zuschuss von ca. 50% des Beraterhonorars gefördert. Beachten Sie, dass der Zuschuss begrenzt ist.
  • Bei allgemeinen Beratungen (z. B. wirtschaftliche, technische, finanzielle und organisatorische Fragen der Unternehmensführung oder Anpassung an neue Wettbewerbsbedingungen) Umweltschutz- und Energieeinsparberatungen beträgt der Zuschuss 40% des Beraterhonorars.

Beratungs-Förderung

Über die Beratungsförderung des Bundes können Beratungsleistungen öffentlich gefördert werden.

Bedenken Sie aber, dass Sie Beratungshonorare zunächst vorlegen müssen.

Erst nach Prüfung des Beratungsberichtes durch die zuständige Leitstelle erhalten Sie einen Teil des Beratungshonorars zurückerstattet. Informationen zur Beratungsförderung erhalten Sie bei:

Existenzgründer können aus verschiedenen Programmen Kredite erhalten.

Diese Förderprogramme sind teilweise kombinierbar.

Der Einsatz eigener Mittel ist im Regelfalle erforderlich.


Beispiel einer Finanzierung 100 Prozent:

15 % eigene Mittel
25 % Eigenkapitalhilfe (EKH) des Bundes
40 % Gesamtbetrag Eigenkapital
50 % ERP-Programm
10 % Hausbankkredit
100 % Gesamter Kapitalbedarf


Erforderliche Unterlagen:

  • Lebenslauf/Beruflicher Werdegang
  • Unternehmensbeschreibung
  • Kapitalbedarfsplan
  • Umsatz-, Kosten- und Gewinnplan (hinreichend begründet)
  • Beleihungsunterlagen

Internet-Adressen

Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)

  • Förderdatenbank, Informationen über aktuelle Förderprogramme des Bundes, der Länder und der EU für die gewerbliche Wirtschaft
  • Vernetzung mit den jeweiligen Programmgebern

www.bmwi.de

Deutsche Ausgleichsbank (DtA)

  • DtA-Programme

www.dta.de

Kreditanstalt für Wiederaufbau

  • KfW-Programme

www.kfw.de

Bundesministerium für Bildung und Forschung

  • Forschungsförderung

www.bmbf.de

Verband der Bürgschaftsbanken

  • Ausfallbürgschaften und Beteiligungsgarantien

www.vdb-info.de

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